- 17. August 2026
- Prävention
Heisse Tipps für den Gasgrill: Ein Grillmeister und der Brandschutzprofi zeigen, worauf es ankommt
Aktuell gilt im Kanton Aargau absolutes Feuer- und Feuerwerksverbot. Mit Gas- und Elektrogrills darf bei sorgfältigem Einsatz weiterhin grilliert werden. Wie sicherer Genuss am Gasgrill gelingt, zeigen zwei, die Feuer aus unterschiedlichen Perspektiven kennen: der Fricktaler Grill-Champion Yannick Kohler und Erik Lieske, Bereichsleiter Brandschutz bei der Aargauischen Gebäudeversicherung.
Ein Klick am Zünder, ein kurzes Zischen, schon steht die Flamme. Bevor Yannick Kohler das erste Grillgut auflegt, nimmt er sich erst einen Moment Zeit für einen prüfenden Kontrollblick. Der Gasgrill steht stabil, rundherum befinden sich keine brennbaren Materialien, Schlauch und Anschlüsse sind intakt. Erst dann kann für den Grill-Champion der eigentliche Genuss beginnen.
«Gute Vorbereitung gehört für mich genauso zum Grillieren wie die richtige Temperatur und das passende Timing», sagt Kohler. Der Fricktaler ist gelernter Koch und arbeitet als Gruppenleiter Küche an der Klinik Barmelweid AG. 2024 krönte er seine Leidenschaft fürs Grillieren mit dem Sieg bei den Bell BBQ Single Masters und wurde Schweizer Grill-Champion. Bei der Schweizer Einzel-Grillmeisterschaft messen sich Hobbygrillierende zunächst in regionalen Qualifikationen; die Besten treten anschliessend im grossen Final gegeneinander an.
Heute steht ihm Erik Lieske, Bereichsleiter Brandschutz bei der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV), zur Seite. Damit der Grillspass sicher bleibt, sind einige Verhaltensweisen wichtig, da sind sich beide Experten einig. «Wer sich vor dem Start kurz Zeit für den Grill und seine Umgebung nimmt, kann viele Risiken mit einfachen Handgriffen vermeiden», erklärt Lieske.
Verantwortungsvolles Grillieren ist wichtiger denn je
Grillieren hat in der Schweiz eine starke soziale Komponente. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit erhält der verantwortungsvolle Umgang mit Feuer zusätzliche Aktualität. Im Kanton Aargau gilt derzeit die höchste Gefahrenstufe und ein absolutes Feuerverbot im Freien. Gas- und Elektrogrills dürfen weiterhin eingesetzt werden, sofern mögliche Brandrisiken in der Umgebung berücksichtigt und allfällige strengere kommunale Vorgaben beachtet werden.
Der Gasgrill ist damit eine Möglichkeit, den Grillabend trotz Feuerverbot zu geniessen. Ein Freipass für Sorglosigkeit ist er jedoch nicht. Für Kohler wie auch für Lieske beginnt ein gelungener Grillabend schon beim Einrichten der Grillstelle im Garten. Ein Gasgrill gehört immer ins Freie und auf eine gerade Fläche und mit Abstand zu Hecken, Bäumen und anderen brennbaren Materialien.
Vor dem Einsatz sollte immer die Gasflasche kontrolliert werden. Kohler lässt das Gerät gerne rund zehn Minuten aufheizen: «Wenn es am Grill richtig losgeht, möchte ich mich auf das Gericht konzentrieren können.» Lieske ergänzt: «Ein poröser Schlauch, eine beschädigte Dichtung oder Fettablagerungen in der Auffangschale können gefährlich werden. Ein kurzer Grillcheck ist deshalb keine Nebensache.»
Beim Grillgut setzt Kohler auf die richtige Vorbereitung. Fleisch mariniert er häufig am Vortag und nimmt es frühzeitig aus dem Kühlschrank. «Direkt aus der Kälte auf den heissen Grill ist keine gute Ausgangslage. Das Fleisch darf von der Hitze nicht geschockt werden, damit Temperatur, Struktur und Geschmack stimmen.» Seine Marinaden macht er am liebsten Freestyle. Als Glasur bilden sie eine aromatische Kruste.
Immer am Grill bleiben
Ein häufiger Fehler sei, den Grill ständig zu öffnen und zu schliessen, berichtet Kohler. Für das typische «Tsch-Tsch», den schönen Biss und das saubere Grillmuster brauche es eine konstante Temperaturstufe. Bei der Aufsicht kennt der Grillmeister keinen Spielraum: Ein Grill wird niemals allein gelassen. Sind Kinder dabei, zieht Kohler zu Hause notfalls mit Kreide eine sichtbare Grenze um den Grill. Stolperfallen wie Hundeleinen oder Spielzeug räumt er weg. «Wer sein Gerät kennt, merkt auch schneller, wenn etwas nicht stimmt», sagt Kohler. Das gelte während des gesamten Grillierens: «Ein Gasgrill reagiert schnell auf Temperaturveränderungen. Darum bleibe ich aufmerksam und überlasse ihn nicht sich selbst.»
Besonders wichtig ist die richtige Reaktion bei einem Fettbrand. Brennendes Fett darf niemals mit Wasser gelöscht werden. Das Wasser verdampft schlagartig. Aus einem Liter Wasser entstehen rund 1700 Liter Wasserdampf. Diese explosionsartige Ausdehnung reisst das brennende Fett in feinste Tröpfchen mit sich, die sich in der Luft verteilen und sich augenblicklich zu einem Flammenball entzünden. «Wenn es gefahrlos möglich ist, wird zuerst die Gaszufuhr geschlossen», erklärt Lieske. «Für einen Löschversuch braucht es eine griffbereite Löschdecke oder einen geeigneten Feuerlöscher. Gerät der Brand ausser Kontrolle, gilt: Personen und Tiere in Sicherheit bringen und sofort die Feuerwehr über 118 alarmieren.»
Die AGV unterstützt Bell BBQ Single Masters
Am 22. August 2026 treffen in Villmergen erneut die besten Grillchefinnen und Grillchefs zum jährlichen Final der Bell BBQ Single Masters aufeinander. Yannick Kohler kennt die besondere Mischung aus Vorfreude, Ehrgeiz und Nervosität, die an einem solchen Tag in der Luft liegt. 2023 nahm er zum ersten Mal teil und verpasste das Podest als Vierter nur knapp. «Das hat mich schon gewurmt», erinnert er sich. Ein Jahr später nahm er einen weiteren Anlauf und gewann den Schweizer Meistertitel. Auch 2026 hat sich der Fricktaler für das Finale qualifiziert und wird in Villmergen «an den Grill» gehen.
Welche Tipps hat der Profi noch auf Lager? «Das Grillieren lebt davon, kreativ zu sein und im richtigen Moment auf sein Gefühl zu hören.» Für Kohler gehe es nicht nur um Ranglisten und Garstufen: «An den Single Masters trifft man neue Leute, tauscht sich aus und verbringt gemeinsam einen guten Tag. Diese Freude sollte man sich auch im Wettbewerb bewahren.»
Eine Laufbahn als hauptberuflicher Grillmeister strebte Kohler nie an. Die Szene in der Schweiz sei dafür vergleichsweise klein und eine Leidenschaft könne an Reiz verlieren, wenn sie plötzlich zum Muss werde. Umso wichtiger ist für ihn, dass das Grillieren seinen ursprünglichen Charakter behält: draussen zusammenkommen, Neues ausprobieren und gemeinsam geniessen. Sein Rat an die diesjährigen Finalistinnen und Finalisten ist deshalb einfach: «Bereitet euch gut vor, habt einen Plan und geniesst den Tag. That’s it.»
Die Aargauische Gebäudeversicherung unterstützt den Finaltag als Partnerin. Mit Löschdecken als Give Away für alle Finalistinnen und Finalisten sowie Präventionsinformationen macht sie darauf aufmerksam, dass zu einem souveränen Auftritt am Gasgrill neben Kreativität und handwerklichem Können auch der verantwortungsvolle Umgang mit Feuer und Gas gehört. Den Teilnehmenden – und auch allen, die zu Hause meisterhaft grillieren – wünschen wir: Viel Spass.
Mehr Informationen zu den Bell BBQ Single Masters: www.bbq-singlemasters.ch
Zum Download: «Gasgrill-Knigge» - von Profis für Profis (.pdf, 118,9 KB)
Anlaufstelle für Medienanfragen: Olga Kuck, Mediensprecherin und Fachspezialistin Kommunikation, per E-Mail an olga.kuck@die-agv.ch oder telefonisch unter 062 836 36 03.