- 4. September 2026
- Allgemein
Unwetterereignis im Aargau: Die AGV rechnet aktuell mit Schäden von rund 90 Millionen Franken
Aufgrund des Unwetters vom 28. August sind bei der Aargauischen Gebäudeversicherung bisher knapp 10’000 Schadenmeldungen eingegangen. Die AGV schätzt die Schadensumme neu gegen 90 Millionen Franken. 75 Prozent der Meldungen sind erfasst und vorgeprüft.
Eine Woche nach dem Unwetter wird dessen Ausmass zunehmend sichtbar. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 verzeichnete die AGV in den Bereichen Feuer und Elementar rund 4'700 Schadenmeldungen. Auch die historische Einordnung unterstreicht die Dimension: Mehrere Sturm- und Hagelzüge im Sommer 2021 führten zu rund 3'537 Fällen und einer vorläufig geschätzten Schadensumme von 35.40 Millionen Franken. Das Rekordjahr bleibt 2011 mit 20'600 anerkannte Hagelschäden im Umfang von rund 151 Millionen Franken.
Am Montag, den 31. August 2026, schätzte die AGV die Schadensumme zunächst auf 25 bis 30 Millionen Franken. Aufgrund der seither gestiegenen Zahl an Meldungen wird neu mit 90 Millionen Franken gerechnet. Diese Schätzung bleibt vorläufig.
Schadenbearbeitung läuft auf Hochtouren
Trotz des aussergewöhnlich hohen Volumens kommt die AGV bei der Erfassung gut voran. Rund 75 Prozent der eingegangenen Meldungen sind erfasst und vorgeprüft. Sie können nun von den zuständigen Schadenexpertinnen und -experten begutachtet und weiterbearbeitet werden. Um das hohe Schadenaufkommen zu bewältigen, hat die AGV ihre personellen Kapazitäten vorübergehend verstärkt. Mitarbeitende haben ihre Arbeitspensen aufgestockt oder zusätzliche Einsätze am Wochenende geleistet. Aufgrund der hohen Auslastung wird sich die Abwicklung über die kommenden Monate erstrecken. Die AGV bittet die betroffenen Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer um Verständnis.
Im Rahmen der weiteren Schadenbearbeitung können Besichtigungen vor Ort erforderlich sein. Alle Mitarbeitenden der AGV tragen bei solchen Einsätzen einen offiziellen Mitarbeiterausweis bei sich und zeigen diesen auf Verlangen vor.
Vorausschauend vorsorgen: finanziell und präventiv
Die AGV hatte im November 2025 angekündigt, ihr Risikokapital schrittweise um rund 180 Millionen Franken aufzustocken. Zusätzlich baut sie bis 2050 jährlich rund 6 Millionen Franken an Reserven auf, um die finanziellen Folgen zunehmender Klimarisiken abzufedern. Grundlage dafür war eine aktualisierte Risikobewertung. Diese zeigte, dass schwere Unwetter häufiger auftreten und immer höhere Schäden verursachen können. Das aktuelle Hagelereignis verdeutlicht, wie wichtig eine langfristig ausgerichtete finanzielle Vorsorge ist.
Zur Widerstandskraft gehört auch die Prävention. Seit 2016 bietet die AGV die «Hagelbox» als automatischen Schutz für Lamellenstoren an. Die «Hagelbox» wird mit der bestehenden Storensteuerung verbunden und ruft lokale Hagelprognosen ab. Bei drohendem Hagel fahren die angeschlossenen Lamellenstoren automatisch hoch und sind so vor Schäden geschützt. Ist die Gefahr vorüber, kehren sie selbstständig in ihre ursprüngliche Position zurück.
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Präventionsangebots hat die AGV im Monat August 2026 zehn Komplettpakete inklusive technischer Anbindung, Installation und Beratung verlost. Der Wettbewerb ist inzwischen abgeschlossen; die zehn Gewinnerinnen und Gewinner wurden am 4. September 2026 benachrichtigt.
Schäden weiterhin melden
Gebäudeschäden können weiterhin rund um die Uhr über das Online-Tool TOPAX unter die-agv.ch/schaden gemeldet werden. Alternativ steht das Schadenformular der AGV zur Verfügung. Das ausgefüllte Formular ist zusammen mit Fotos der beschädigten Gebäudeteile per E-Mail an schaden@die-agv.ch zu senden.
Anlaufstelle für Medienanfragen: Olga Kuck, Mediensprecherin und Fachspezialistin Kommunikation, per E-Mail an olga.kuck@die-agv.ch oder telefonisch unter 062 836 36 03.
Die AGV ist ein öffentlich-rechtliches, finanziell selbständiges Unternehmen des Kantons Aargau. Alle Gebäude im Kanton Aargau sind obligatorisch bei der Gebäudeversicherung gegen Feuer- und Elementarschäden versichert. Die AGV bietet zudem auf freiwilliger Basis die Gebäudewasserversicherung an (Gebäudeschäden aus Wasserleitungen und Kanalisationsrückstau, Grundwasserschäden etc.).
Die AGV richtet sich am Grundsatz «dreifacher Schutz» aus. Schadenverhütung, Schadenbekämpfung und Versicherung sind untrennbar unter ihrem Dach verbunden. Können die Schäden tief gehalten werden, bleiben auch die Prämien günstig.
Die AGV wurde 1805 gegründet und ist mit ihren über 220 Jahren die älteste Gebäudeversicherung in der Schweiz. Gemessen am Versicherungskapital ist sie schweizweit die viertgrösste und aufgrund der Anzahl versicherter Gebäude die drittgrösste Gebäudeversicherung. Die AGV beschäftigt rund 160 fest angestellte Mitarbeitende.